Mikroben im Saharastaub als Gefahr für heimische Arten

Wissenschafter aus Tirol und Italien fanden heraus, dass im rötlichen Saharastaub Mikroorganismen in die Alpen transportiert werden, die mitunter sogar gefährlich werden sein können.
Innsbruck – Saharastaub bringt nicht nur den oft sichtbaren rötlichen Sand mit sich, auch ganze Gemeinschaften von Mikroorganismen werden mit dem Wetterphänomen bis in die Alpen transportiert. Diese Mikroben seien besonders resistent und können in völlig unterschiedlichen Lebensräumen überleben, fanden Forscher heraus. Dadurch können sie heimische Arten verdrängen und auch zu einem Gesundheitsrisiko werden.
Wissenschafter des Nationalen Forschungsrat Italiens (CNR), der Universität Innsbruck, Florenz und Venedig untersuchten nun in einer Studie diese biologische Fracht der Sandwolken, teilte die Uni Innsbruck am Dienstag in einer Aussendung mit. Im Winter werden die Mikroben demnach im Schnee und Eis des Hochgebirges eingeschlossen. Dort würden sie auch bleiben, die Temperaturerhöhung bedingt durch den Klimawandel fördere aber die Revitalisierung der übertragenen Zellen, hieß es.

Krankheitserreger können sich etablieren

Durch die fortschreitende Eis- und Schneeschmelze können diese Gemeinschaften laut den Forschern eine kritische Masse erreichen und dann sogar heimische Arten verdrängen. Dabei könnten sich auch Krankheitserreger etablieren, was wiederum zu einem erhöhten Gesundheitsrisiko für Mensch, Tier und Umwelt führen könne.
Die Autoren der Studie regten deshalb schnelle und effiziente Methoden zum Monitoring der Risiken an, die von den in Schnee und Eis abgelagerten mikrobiellen Gemeinschaften aus weit entfernten Regionen ausgehen. Die Studie wurde im Fachmagazin Microbiome publiziert. (APA)