T-ROCK On Tour – Deep Purple

DEEP PURPLE

+ Monster Truck

  1. Mai 2017 – München, Olympiahalle

8.000 Zuschauer

Halleluja – was die vier kanadischen Vorturner von Monster Truck hier für einen Alarm auf der Bühne veranstalteten, macht sie im Zusammenhang mit ihrem eingängigen wie mitreißenden Blues-Rock zum spannendsten Support-Act, den wir in den letzten Jahren bei einem Package dieser Größenordnung bewundern durften! Bitte mal merken, hinter die Ohren schreiben und Knoten in die Kniescheibe machen: Monster Truck aus Ontario, Kanada! Tja, und dann? Auch wenn der Nachrichtensender N24 am nächsten Tag im Schlagzeilen-Laufband einen „gelungenen Tourauftakt“ vermeldet … Hm, ja, ähm … Gut, der erste Block mit dem echt guten Opener und Einstieg ‘Time For Bedlam‘ vom aktuellen Charts-Stormer »inFinite« (#1 in Deutschland) sowie den nachfolgenden Hits ließ die Hoffnung aufkommen, doch noch etwas Außergewöhnliches zu erleben. Doch dann? Dann kommt man sich vor wie hineinkatapultiert in ein Konzert von Emerson, Lake & Palmer. Soll heißen: Zuviel Prog. Und zwar der eher anspruchsvoll-technokratischen Natur. Niemand da, der mit seiner Gitarre dazwischen rotzt und dem Ganzen eine mitreißend-unberechenbare Note verleiht. Warum hier nicht ein Hammer wie ‘Knockin‘ At Your Back Door‘? Und Gillan, obwohl erstaunlich gut bei Stimme, zählt auch nicht (mehr) zu den Emotionswundern, die eine Show gestalten – heute entpuppt er sich eher als Statiker. Gut aber: Der Sound. Und die präsente, aber nie aufdringlich wirkende Multi-Media-Lichtshow – genial die „Bebilderung“ am Backscreen während ‘Smoke On The Water‘, die die Geschichte dieses größten Rock-Hits aller Zeiten noch einmal erlebbar veranschaulicht – frei nach dem Motto: „Mitten drin statt nur dabei!“ Doch insgesamt? Solide, aber nicht spektakulär. Und eine Spur zu bieder. Mir fehlen die emotionalen Spannungen, das Überraschungsmoment, ein wütender Ausbruch von Morse vielleicht, irgendwas Explosives … Alles wirkt aber bis zur letzten Note durchkalkuliert. Ich wollt‘s eigentlich nicht sagen: Mir fehlt der olle, unberechenbare Blackmore mit seinen Wutausbrüchen am Instrument an allen Ecken und Enden. Es muss ja nicht – wie bei der legendären California Jam – die halbe Bühne in Flammen stehen …

Andreas Schöwe

 

Setlist Deep Purple

Time For Bedlam
Fireball
Bloodsucker
Strange Kind of Woman
Johnny’s Band
Uncommon Man
The Surprising
Lazy (with keyboard intro)
Birds of Prey
Hell to Pay
Keyboard Solo Don Airey
Perfect Strangers
Space Truckin’
Smoke on the Water
Highway Star
Hush (Joe South cover)
Bass Solo
Black Night